16. April 2026

Konzentration, schlaue Gedanken und gute Nerven

Diese Worte, gute Wünsche unserer Schulleiterin und einer unserer Deutschlehrerinnen und ein Exemplar „der längsten Praline der Welt“ fanden die Schülerinnen und Schüler aus unseren zehnten Klassen am Montagmorgen auf ihren Plätzen vor.

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Konzentration, schlaue Gedanken und gute Nerven :-)

Diese Worte, gute Wünsche unserer Schulleiterin und einer unserer Deutschlehrerinnen und ein Exemplar „der längsten Praline der Welt“ fanden die Schülerinnen und Schüler aus unseren zehnten Klassen am Montagmorgen auf ihren Plätzen vor. Die schriftlichen Abschlussprüfungen in Deutsch, Englisch und Mathematik standen an. Wissen und Können sind gefragt. Gelerntes ist umzusetzen und möglichst gute Ergebnisse sind das Ziel. So muss ich mich konzentrieren und brauche „schlaue Gedanken und gute Nerven“.

Konzentration, schlaue Gedanken und gute Nerven :-)

Für Lernende und Lehrende gleichermaßen sind diese Tage, die Zeit davor und die danach eine Herausforderung: Kann ich das Eingeübte und Eingeprägte umsetzen? Jetzt, wo es darauf ankommt? Pädagoginnen und Pädagogen fragen sich: Was habe ich wie nach welchen Kriterien zu bewerten und wo kann ich, ohne Regeln zu brechen, den Schülerinnen und Schülern wohlwollend entgegenkommen?

Konzentration, schlaue Gedanken und gute Nerven :-)

„Wissen ist Macht“ heißt es und: „Nichtwissen macht unglücklich“. Andere sagen es so. Niemand kann alles. Aber keine und keiner kann nichts. Wenn ich mich auf etwas konzentriere und fokussiere, kann ich mehr erreichen als ich anfangs meine. Schlaue Gedanken darf ich bei mir durchaus erwarten, wenn und weil ich mich vorbereitet habe und einstellen konnte auf das, was auf mich zukommt. Gute Nerven sind trotz allem Zögern und Zaudern, sogar bei Unsicherheiten und Wissenslücken unabdingbar. Möchte ich doch das Ziel erreichen, zu dem ich unterwegs war und bin. Das eine oder andere bedrängt mich tagsüber. Manchmal auch in der Nacht, wenn ich nicht schlafen kann. Zeitweise fehlt mir die Geduld mit mir und mit anderen. Manches scheint mir hoffnungslos, weil ich den Eindruck habe, dass ich etwas nicht kann. Ich kann es drehen und wenden, wie ich es möchte: Das Resultat meiner Bemühungen zählt. Für Schülerinnen und Schüler ist das so. Wie auch für Unterrichtende und für jene, die die Abschlussprüfungen zu bewerten haben.


Konzentration, schlaue Gedanken und gute Nerven :-)

Ich selbst gehörte im Gegensatz zu meiner Schwester nicht zu denen, die etwas leicht gelernt haben. Vieles musst ich üben, üben und nochmals üben. Manchmal stand und steht mir meine eigene Faulheit im Weg und – ich gebe es zu -, dann und wann habe ich im übertragenen Sinn „gepokert“. Gehofft, dass das nicht drankommt, worauf ich mich kaum oder überhaupt nicht vorbereitet habe. Teilweise hatte ich Glück damit. Ich kenne aber auch, dass ich aus unterschiedlichen Gründen hinter den Erwartungen meines Gegenübers und meinen eigenen zurückblieb.

Konzentration, schlaue Gedanken und gute Nerven :-)

In meiner Zeit als Lehrer fiel mir nicht immer leicht, Leistungen von Schülern zu zensieren. Wo lasse ich Gnade vor Recht ergehen? Wo fehlt mir jeglicher Spielraum, weil zu wenig oder überhaupt nichts auf den Blättern der Tests und der Klassenarbeiten steht? Wo sehe ich den Menschen hinter den Leistungen, die jemand abgegeben hat? Es handelt sich bei jeder Prüfung um eine Momentaufnahme. Die einen schafften es, Vorbereitetes entsprechend umzusetzen. Andere tun sich ausgerechnet am Prüfungstag schwerer als ihre Mitschüler und ihnen bleibt verwehrt, was sie angestrebt haben und erreichen wollten.

 Konzentration, schlaue Gedanken und gute Nerven :-)

Kein Meister ist je vom Himmel gefallen – eine Meisterin übrigens auch nicht. Wenn ich mich um etwas bemühe und bereit bin, dafür etwas einzusetzen, erhalte ich die - meist positive -Quittung für mein Tun. Andererseits: Was kann eine Zensur wirklich über den „Wert“ oder das tatsächliche Wesen einen Menschen aussagen? Am Ende der Ausbildung zählt in der Praxis oft anderes als eine Schulnote: Zielstrebigkeit und Teamfähigkeit, Resilienz und täglich neue Freude an dem, was ich mache, sind nur einige wenige Beispiele von dem, was wichtig ist. Mir hilft immer wieder jener Abschnitt aus dem Brief des Apostels Paulus an die Römer, wo es heißt: „Wir rühmen uns ebenso der Bedrängnisse; denn wir wissen: Bedrängnis bewirkt Geduld, Geduld aber Bewährung, Bewährung Hoffnung. Die Hoffnung aber lässt nicht zugrunde gehen.“ (Röm. 5, 3-5a)

Br. Clemens Wagner ofm, Schulseelsorger