„Endlich Schule!“
Zwei Worte, die deutlich machen, dass die sechswöchigen Sommerferien vorüber sind. Das neue Schuljahr 2026/27 hat begonnen. Der erste Schulgottesdienst „einmal mit allen“ wurde am ersten Schultag auf dem Hof der St. Mauritius-Sekundarschule gefeiert: „Ein neuer Schulanfang – Neues Schuljahr – neue Chancen“ so das Motto. Neue Chancen haben auch jene, die erstmals zu unserer Schulgemeinschaft zählen. 46 Schülerinnen und Schüler unserer beiden 5. Klassen.
„Endlich Schule!“
Des einen Freud‘, des anderen Leid. Manche Mütter und Väter sind dankbar dafür, dass sie ihre Kinder nicht mehr sechs Wochen lang bei Laune halten müssen. Zukünftig werden sie von Montag bis Freitag, davon an drei Tagen bis um 16.00 Uhr nachmittags, nicht mehr zuhause, sondern in der Schule sein. Lernende und Lehrende dürfen sich dabei über all das freuen, was der Schulalltag mit sich bringt: Erfolge und das, was noch zu lernen und auszubauen ist. Neues, Unbekanntes und Herausforderndes. Jenes, was ich noch entwickeln kann. Unabhängig vom Alter. Vor allem für jene in den zwei 5. Klassen, die erst zueinander finden müssen, weil sie sich und die Arbeitsweise, die Eigenheiten und die Eigenarten der St. Mauritius-Sekundarschule noch nicht kennen, ist das eine oder andere noch ungewohnt und noch nicht vertraut.
„Endlich Schule!“
Menschlich ist und bleibt, dass noch nicht alles perfekt ist. Trotz mancher Anstrengung bleibt das Optimum manchmal mehr Wunsch als Wirklichkeit. Eine Schulleiterin sagte mir mal: „Unsere Kinder dürfen Fehler machen, weil sie noch nicht alles können.“ Warum sind Erwachsene manchmal so kritisch und unbarmherzig, wenn sie etwas entdecken, das nicht passt? Lehrende müssen richtigstellen und korrigieren – eine Aufgabe, die untrennbar zu ihrer Tätigkeit gehört. Gleichzeitig sind sie dazu da, die ihnen Anvertrauten etwas wagen zu lassen. Sie Tag für Tag zu ermuntern, auch das anzugehen, wofür sie noch Unterstützung und Hilfe brauchen. Es geht nicht darum, Kindern oder Jugendlichen mit einem müden Lächeln ihre Grenzen aufzuzeigen oder sie deswegen vor anderen bloßzustellen. Wenn sie – wie auf dem Schild vor dem Klassenraum – „St. Mauritius“ auf ihre Weise geschrieben haben, ist es, wie es ist. Ich sehe und ich kann nicht alles. „Hilf mir, es selbst zu tun!“ Zentral ist jene Äußerung der Reformpädagogin Maria Montessori. Sie soll die Eigenverantwortung und Selbstständigkeit der Kinder und Jugendlichen fördern. Nicht von oben herab, sondern auf Augenhöhe. Das erfordert Lernbereitschaft und Geduld von Lernenden und Lehrenden gleichermaßen.
„Endlich Schule!“
Nicht nur aller Anfang ist schwer. Es ist manchmal nicht einfach, sich und anderen eingestehen zu müssen, dass Schule kein Wellnessclub und keine nette Freizeitbeschäftigung ist. „Ist schön hier“ steht auf der Postkarte links auf dem Bild, wo sieben Erdmännchen (oder-weibchen?) beieinanderstehen und aufmerksam ihre Umwelt wahrnehmen. Wie ist es, wenn sich 23 unterschiedliche Mädchen und Jungen in einer Klasse Tag für Tag begegnen mit den ihnen eigenen Begabungen und Grenzen? Ihnen und allen anderen, die in der St. Mauritius-Sekundarschule im kommenden Schuljahr begegnen, wünsche ich Freude an und bei ihrem Tun. Geduld miteinander. Verständnis füreinander. Zuversicht, auch, wenn ich nicht weiß, was morgen kommt. Sicher ist eines: Innerhalb dieses Schuljahres werden wir in ein komplett neues Gebäude neben der St. Franziskus-Grundschule umziehen und in einer neuen Umgebung unter neuen Bedingungen weiterhin Schule machen. Im besten Sinn des Wortes, bei allem Für und Wider, als Lernende und als Lehrende. Im Vertrauen auf den, der uns so gemacht und gedacht hat, wie wir sind. Dessen Sohn Jesus Christus gesagt hat „Ich bin bei euch alle Tage!“ (vgl. in der Bibel im Matthäusevangelium bei Mt. 28, 20).
Innerhalb und außerhalb der St. Mauritius-Sekundarschule.
Br. Clemens Wagner ofm, Schulseelsorger